Smartes KI-Publishing für Juist

Die Kurverwaltung Juist stellt ihre Veranstaltungs- und Gästekommunikation auf eine gemeinsame digitale Grundlage. Wir haben den Zuschlag für die Konzeption und Umsetzung von TöwerFlow-AutoPublic erhalten.

Die geplante Plattform führt touristische Daten, redaktionelle Inhalte und organisatorische Abläufe zusammen und bereitet sie für Print, Web, E-Mail, Social Media, Audio sowie interne Arbeitsunterlagen auf. Für Gäste entstehen aktuelle Informationen in unterschiedlichen Formaten. Die Kurverwaltung kann Inhalte zentral pflegen und wiederkehrende Produktionsschritte automatisieren.

Digitales Marketing im Tourismus von Julia Jung und Stefan Niemeyer
Projektskizze

Der Strandlooper wird Teil einer gemeinsamen Publikationsarchitektur

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Weiterentwicklung des Strandloopers. Das seit 1988 erscheinende Monatsmagazin bleibt als kostenfreies Printmedium erhalten. Künftig übernimmt die Kurverwaltung die bisher ehrenamtlich getragene Produktion.

TöwerFlow-AutoPublic bindet den Strandlooper in einen medienübergreifenden Veröffentlichungsprozess ein. Veranstaltungsdaten, redaktionelle Beiträge und ergänzende Inselinformationen werden zentral aufbereitet und anschließend für die gedruckte Ausgabe sowie weitere Kanäle verwendet.

Damit entsteht eine gemeinsame redaktionelle Grundlage für Inhalte, die bislang mehrfach erfasst, gekürzt, gestaltet und kontrolliert werden mussten.

Eine Information versorgt mehrere Kanäle

TöwerFlow-AutoPublic folgt dem Prinzip „einmal erfassen, überall ausspielen“. Das System übernimmt strukturierte Informationen aus vorhandenen Quellen und verbindet sie mit ergänzenden Inhalten.

Vorgesehen sind unter anderem:

  • Veranstaltungsdaten aus destination.one,
  • Wetter- und Gezeiteninformationen,
  • Beiträge aus dem Seezeichen-Magazin,
  • Podcast- und Audioinhalte,
  • weitere Juist-spezifische Datenquellen,
  • ergänzende Eingaben der Kurverwaltung, von Vereinen und Veranstaltern.

Die Plattform prüft und vereinheitlicht die eingehenden Informationen. Ändert sich ein Termin, ein Veranstaltungsort oder eine organisatorische Angabe, kann die Redaktion den Datensatz zentral aktualisieren. Die angeschlossenen Formate übernehmen anschließend den neuen Stand.

So erhalten ein gedruckter Veranstaltungshinweis, ein digitales Display und ein tägliches Gästebriefing dieselbe verlässliche Ausgangsinformation.

KI bereitet Inhalte für unterschiedliche Situationen auf

Künstliche Intelligenz unterstützt die redaktionelle Bearbeitung. Aus freigegebenen Daten kann das System Vorschläge für Titel, Teaser und Veranstaltungsbeschreibungen erstellen. Geplant sind außerdem mehrsprachige, zielgruppenspezifische und sprachlich vereinfachte Fassungen.

Ein Veranstaltungsdatensatz kann dadurch mehrere Formen annehmen:

  • einen ausführlichen Beitrag für den Strandlooper,
  • einen kompakten Hinweis für das Morning-Briefing,
  • eine kurze Meldung für einen Informationsbildschirm,
  • ein Format für Social Media,
  • einen Text für eine Audioausgabe.

Die Redaktion der Kurverwaltung prüft und bearbeitet die Vorschläge vor der Veröffentlichung. Sie entscheidet, welche Inhalte erscheinen, welche Angaben ergänzt werden und welche Informationen zurückgehalten werden.

Automatisierte Vorlagen übertragen Texte, Bilder und Veranstaltungsdaten anschließend in das Corporate Design von Juist. Damit lassen sich Seiten für den Strandlooper, Plakate und Veranstaltungsübersichten aus denselben geprüften Inhalten vorbereiten.

Gästeinformation wird aktuell, persönlich und zugänglich

Für Gäste entsteht eine Kommunikation, die sich stärker an Zeitpunkt, Kanal und Nutzungssituation orientiert. Eine ausführliche Monatsübersicht erfüllt eine andere Aufgabe als eine morgendliche Nachricht oder ein Hinweis kurz vor Veranstaltungsbeginn. TöwerFlow-AutoPublic erzeugt diese Varianten aus einer gemeinsamen Datenbasis.

Zu den geplanten öffentlichen Formaten gehören:

  • der gedruckte und digitale Strandlooper,
  • eine offlinefähige Progressive Web App,
  • ein tägliches Morning-Briefing per E-Mail oder Push-Mitteilung,
  • Veranstaltungsplakate und digitale Informationsbildschirme,
  • Social-Media-Formate,
  • Präsentationen für die Gästebegrüßung.

Mit dem „Moin Cast“ ist zusätzlich ein kurzer Audio-Tagesimpuls vorgesehen. Er kann aktuelle Veranstaltungen, Wetterinformationen und Hinweise für den Inseltag verbinden. Die Ausgabe soll über digitale Kanäle wie die Website oder Messenger-Dienste möglich sein. Perspektivisch können weitere Audioschnittstellen hinzukommen.

Sprachlich vereinfachte Texte und Audioformate schaffen zusätzliche Zugänge zu den Inselinformationen. Gäste können Inhalte lesen, hören oder über kompakte digitale Formate abrufen.

Veranstaltungsdaten unterstützen auch interne Abläufe

Die Plattform verarbeitet Informationen zugleich für organisatorische Aufgaben der Kurverwaltung. Angaben, die bereits für eine Veranstaltung vorliegen, können für interne Dokumente und Arbeitsschritte weiterverwendet werden.

Geplant ist die automatisierte Erstellung von:

  • Anreiseinformationen für Künstlerinnen und Künstler,
  • Verzehrgutscheinen und Bescheinigungen,
  • Fähr- und Teilnahmelisten,
  • Laufzetteln,
  • Kassen- und Ablaufhinweisen.

Damit verbindet TöwerFlow-AutoPublic die öffentliche Kommunikation mit der praktischen Veranstaltungsorganisation. Änderungen müssen nur an der verantwortlichen Stelle eingetragen werden und können anschließend in den betroffenen Unterlagen berücksichtigt werden.

Eine übertragbare Architektur für touristische Kommunikation

Wir entwickeln TöwerFlow-AutoPublic als schnittstellenbasiertes System. Die Anbindung an destination.one und weitere strukturierte Quellen ermöglicht es, vorhandene touristische Daten weiterzuverwenden und mit redaktionellen Prozessen zu verbinden.

Neue Datenquellen, Gestaltungsvorlagen und Ausgabekanäle lassen sich später ergänzen. Diese Architektur eignet sich auch für andere Destinationen, die Open Data einsetzen und ihre Print-, Digital- und Veranstaltungskommunikation aus einer gemeinsamen Grundlage steuern möchten.

Mit dem Projekt übertragen wir die Logik zentraler Content-Systeme auf den Destinationsalltag: Informationen fließen von der Quelle über die redaktionelle Prüfung bis zum fertigen Medium durch einen geregelten Prozess. Julia Jung und Stefan Niemeyer übernehmen für jungniemeyer die inhaltliche und technische Konzeption sowie die Umsetzung des Systems.

aktualisiert: 20. Juli 2026

Autoren: Julia Jung, Stefan Niemeyer

Quellen

Julia Jung und Stefan Niemeyer

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