Warum Prompts?
Auf Grundlage des Prompts schreiben KI-Systeme wie ChatGPT Texte, erstellen Content-Ideen und liefern aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Wetter oder Ausflugszielen. Nur mit einem guten Prompt bekommst du ein gutes Ergebnis.
Dein Prompt ist wie eine Aufgabenstellung, die du Kolleg:innen gibst. Je klarer und genauer sie ist, desto besser wird das Ergebnis.
Was ist ein Prompt?
Ein Prompt ist eine gezielte Anweisung, die einer Künstlichen Intelligenz gegeben wird, um eine Antwort oder Aktion auszulösen. Das kann ein Text, eine Frage oder ein Kommando sein. Der Prompt steuert maßgeblich, wie die KI Informationen sucht, verarbeitet und präsentiert.
Prompting und Prompt Engineering
Prompting bezeichnet den gesamten Prozess, wie du mit der KI interagierst: wie du Prompts formulierst, ausprobierst und verfeinerst, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Prompt Engineering geht einen Schritt weiter. Es meint die gezielte, systematische Entwicklung und Optimierung von Prompts für spezielle Anwendungsbereiche, etwa für SEO oder automatisierte Content-Erstellung.
System-Prompts
Ein System-Prompt setzt den generellen Rahmen und die Basisregeln, zum Beispiel das Fachgebiet, das Ziel oder die Grundhaltung der KI.
Du bist eine KI für den Deutschlandtourismus. Deine Antworten sind …
Role-Prompts
Mit einem Role-Prompt gibst du der KI eine Rolle oder Perspektive. Du sagst ihr, wer sie ist, für wen sie schreibt und welchen Rahmen sie beachten soll.
Antworte als erfahrener Redakteur für digitale Reisemagazine …
User-Prompts
Der direkte User-Prompt ist der Kernauftrag: Was soll die KI konkret tun? Du formulierst eine klare Aufgabe – zum Beispiel zusammenfassen, aufzählen, umformulieren, texten oder bewerten.
Schreibe einen Pressetext über nachhaltigen Tourismus an der Nordsee.
Ketten-Prompts
Bei Ketten-Prompts leitest du die KI Schritt für Schritt durch eine Aufgabe. Das hilft besonders bei komplexen Themen oder strukturierten Inhalten.
Nenne drei Events für das Wochenende in Husum. Beschreibe jedes Event in einem Satz. Gib abschließend einen Tipp für Familien.
1. Verwende klare, aktive Sprache
Formuliere deine Anweisungen in kurzen, eindeutigen Sätzen. Vermeide verschachtelte Konstruktionen oder doppelte Verneinungen.
Beschreibe die Stimmung bei einer Wattwanderung im Herbst.
Wie wäre es, wenn du vielleicht ein bisschen über das Watt im Herbst erzählen würdest?
2. Gib klare Aufgaben
Die KI reagiert am besten auf konkrete Handlungsanweisungen. Sag ihr, was sie tun soll – nicht nur, was sie vermeiden soll.
Formuliere eine einladende Überschrift mit maximal acht Wörtern.
Bitte vermeide zu lange oder werblich klingende Überschriften.
3. Formuliere positiv und zielgerichtet
Gib statt Einschränkungen oder Verboten klare Ziele vor. Positiv formulierte Prompts führen zu passenderen Ergebnissen.
Nutze eine freundliche, motivierende Tonalität, passend für Familien.
Nicht zu trocken oder zu werblich bitte.
4. Nutze einfache Begriffe
Alltagssprache ist klarer als interne Redaktionsbegriffe. Vermeide Wörter wie Intro, Longcopy oder Contentpiece, wenn eine einfache Beschreibung genügt.
Schreibe einen kurzen Einstieg für eine Webseite über Radtouren.
Erzeuge einen emotionalen Hero-Teaser für das Einstiegselement.
5. Gib nur das Nötigste an
Wenn Markenbild, Zielgruppe und Medium bereits im System hinterlegt sind, konzentriere dich im Prompt auf den thematischen Input.
Fokussiere dich auf die neue Wanderroute durch das Ilsetal mit Aussichtspunkt und Einkehrmöglichkeit.
6. Formuliere faktenbasiert und konkret
Je klarer dein Thema oder deine Fakten benannt sind, desto passender wird der Text.
Integriere den Hinweis, dass das Schloss täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist.
Erwähne auch die Öffnungszeiten.
7. Ein Prompt, ein Textabschnitt
Jedes Snippet ist ein eigener Baustein. Halte den Prompt schlank und auf eine Aufgabe bezogen.
Formuliere einen Call-to-Action, der Gäste direkt zur Buchung motiviert.
Formuliere einen Absatz, dann eine Headline und dann eine Call-to-Action.
8. Nutze Faktenfelder für längere Informationen
Längere Bestandstexte, Listen oder Zitate gehören in ein separates Faktenfeld. Die KI kann diese Informationen einbeziehen, ohne dass der eigentliche Auftrag unübersichtlich wird.
9. Starte bei Bedarf mit einer Vorlage
Getestete Bausteine für typische Aufgaben lassen sich übernehmen und um konkrete Fakten zu POIs, Veranstaltungen oder Orten ergänzen.
10. Teste, speichere und optimiere
Wenn ein Prompt gut funktioniert, speichere ihn als Vorlage für dich oder dein Team. Kleine Änderungen im Wording können große Wirkung haben – probiere Varianten gezielt aus.
Prompt-Glossar
- Temperature
- Ein Parameter, der steuert, wie kreativ oder kontrolliert Antworten ausfallen. Niedrige Werte führen zu sachlicheren, berechenbaren Antworten; höhere Werte zu variantenreicheren Ergebnissen.
- Token
- Eine rechnerische Einheit, die ein Wort oder einen Wortbestandteil darstellt. Die Anzahl der Tokens begrenzt die Länge von Prompts und Antworten.
- Halluzination
- Die KI gibt Inhalte aus, die sprachlich korrekt, aber faktisch falsch oder frei erfunden sind. Angaben zu Orten, Daten, Personen oder Veranstaltungen müssen deshalb geprüft werden.
- Zero-Shot Prompting
- Die KI erhält eine Aufgabe ohne zusätzliche Beispiele und reagiert allein auf Basis der Anweisung.
- Few-Shot Prompting
- Die KI bekommt ein oder mehrere Beispiele, um Struktur, Tonfall oder Format besser zu verstehen.
- Prompt Tuning
- Ein Prompt wird schrittweise verbessert, bis die Ausgabe konstant den Anforderungen entspricht.
- Prompt Leakage
- Informationen aus vorherigen Eingaben oder Kontexten fließen ungewollt in eine Antwort ein. Eine klare Trennung der Kontexte hilft dagegen.