Warum Prompts?
Prompts sind das Herzstück deiner Arbeit mit Künstlicher Intelligenz. Auf Grundlage des Prompts schreiben KI-Systeme wie ChatGPT deine Texte, erstellen Content-Ideen und liefern aktuelle Infos zu Veranstaltungen, Wetter oder Ausflugszielen. Doch: Die Qualität der Ergebnisse hängt direkt davon ab, wie gut du die Aufgaben stellst – also wie du deine Prompts formulierst.
Nur mit einem guten Prompt bekommst du ein gutes Ergebnis.
Dein Prompt ist wie eine Aufgabenstellung, die du Kolleg:innen gibst. Je klarer und genauer, desto besser das Ergebnis.
Was ist ein Prompt?
Ein Prompt ist eine gezielte Anweisung, die einer Künstlichen Intelligenz (KI) gegeben wird, um eine Antwort oder Aktion auszulösen. Im Kontext von KI-gestützten Systemen, wie Chatbots oder Textgeneratoren (z. B. ChatGPT), bezeichnet ein Prompt den Text, die Frage oder das Kommando, das Nutzer:innen an das System richten. Der Prompt steuert maßgeblich das Ergebnis der KI. Er bestimmt, wie die KI Informationen sucht, verarbeitet und präsentiert.
Was ist der Unterschied zwischen Prompting und Prompt Engineering?
Wenn der Prompt die Anweisung ist, dann bezeichnet Prompting den gesamten Prozess, wie Du mit der KI interagierst. Also wie Du Prompts formulierst, ausprobierst und verfeinerst, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Das Prompting im Tourismus fügst sich so deinem bisherigen Berufsbild hinzu.
Prompt Engineering geht noch einen Schritt weiter: Es meint die gezielte, systematische Entwicklung und Optimierung von Prompts für spezielle Anwendungsbereiche. Ziel ist es, hochwertige und passgenaue KI-Inhalte zu erzeugen, etwa für SEO oder automatisierte Content-Erstellung. Dabei werden Prompts bewusst getestet, angepasst und dokumentiert.
Welche Arten von Prompts gibt es?
Nicht jeder Prompt ist gleich. Du kannst unterschiedliche Arten kombinieren, um die KI genau zu steuern.
System-Prompt
Wird ganz am Anfang gesetzt und gibt den generellen Rahmen sowie die Basisregeln vor, z. B. das Fachgebiet, das Ziel oder die Grundhaltung der KI.
„Du bist eine KI für den Deutschlandtourismus. Deine Antworten sind …“
Role-Prompts
Mit diesen Kontext-Prompts (Role-Prompt) gibst du der KI eine bestimmte Rolle oder Perspektive. Du sagst ihr, wer sie ist, für wen sie schreibt und welchen Rahmen sie beachten soll.
So weiß die KI, in welchem Ton, mit welchem Vorwissen und für welche Zielgruppe sie formulieren soll.
„Antworte als erfahrener Redakteur für digitale Reisemagazine …“
User Prompts
Der direkte Prompt (User Prompt) ist der Kernauftrag: Was soll die KI konkret tun? Du formulierst eine klare Aufgabe – zum Beispiel zusammenfassen, aufzählen, umformulieren, texten oder bewerten.
„Schreibe einen Pressetext über nachhaltigen Tourismus an der Nordsee.“
Ketten-Prompts
Bei Ketten-Prompts (Chain-of-Thought) leitest die Künstliche Intelligenz Schritt für Schritt durch eine Aufgabe. Das hilft besonders bei komplexen Themen oder strukturierten Inhalten.
„Nenne drei Events für das Wochenende in Husum. Beschreibe jedes Event in einem Satz. Gib abschließend einen Tipp für Familien.“
Wie formulierst du Prompts im Tourismus?
1. Verwende klare, aktive Sprache
Formuliere deine Anweisungen in kurzen, eindeutigen Sätzen. Vermeide verschachtelte Konstruktionen oder doppelte Verneinungen.
„Beschreibe die Stimmung bei einer Wattwanderung im Herbst.“
„Wie wäre es, wenn du vielleicht ein bisschen über das Watt im Herbst erzählen würdest?“
2. Schreibe im Imperativ – gib klare Aufgaben
Die KI reagiert am besten auf konkrete Handlungsanweisungen. Sag der KI, was sie tun soll – nicht, was sie vermeiden soll.
„Formuliere eine einladende Überschrift mit maximal 8 Wörtern.“
„Bitte vermeide zu lange oder werblich klingende Überschriften.“
3. Formuliere positiv und zielgerichtet
Statt Einschränkungen oder Verbote, gib klare Ziele vor. Positiv formulierte Prompts führen zu besseren Ergebnissen.
„Nutze eine freundliche, motivierende Tonalität, passend für Familien.“
„Nicht zu trocken oder zu werblich bitte.“
4. Nutze einfache Begriffe – keine Fachsprache im Prompt selbst
Die KI versteht Alltagssprache besser als interne Redaktionsbegriffe. Vermeide Wörter wie „Intro“, „Longcopy“ oder „Contentpiece“.
„Schreibe einen kurzen Einstieg für eine Webseite über Radtouren.“
„Erzeuge einen emotionalen Hero-Teaser für das Einstiegselement.“
5. Gib nur das Nötigste an – der Kontext kommt aus dem System
Im KI-Planer musst du keine Zielgruppe, Ton oder Medium mehr erklären – das wird über Markenbild und Zielgruppe gesteuert. Konzentriere dich im Prompt auf den thematischen Input.
„Fokussiere dich auf die neue Wanderroute durch das Ilsetal mit Aussichtspunkt und Einkehrmöglichkeit.“
„Fokussiere dich auf die neue Wanderroute durch das Ilsetal und berücksichtige besonders Familien mit Kindern.“
6. Formuliere faktenbasiert und konkret – nicht zu vage
Je klarer dein Thema oder deine Fakten benannt sind, desto passender wird der Text.
„Integriere den Hinweis, dass das Schloss täglich von 10–18 Uhr geöffnet ist.“
„Erwähne auch die Öffnungszeiten.“
7. Nutze die Snippet-Logik: Ein Prompt = ein Textabschnitt
Jedes Snippet ist ein eigener Baustein. Halte den Prompt also schlank und auf eine Aufgabe bezogen.
„Formuliere einen Call-to-Action, der Gäste direkt zur Buchung motiviert.“
„Formuliere einen Absatz, dann eine Headline und dann eine Call-to-Action.“
8. Nutze die Fakten-Felder für längere Infos oder Bestandstexte
Wenn du längere Inhalte hast (z. B. bestehende Texte, Listen, Zitate), füge sie nicht in den Prompt ein. Nutze dafür das separate Faktenfeld – die KI bezieht diese Infos automatisch ein.
9. Wenn du unsicher bist: Starte mit einer Vorlage
Im Prompt Store findest du bereits getestete Bausteine für typische Aufgaben. Du kannst diese übernehmen und nur die thematischen Fakten ergänzen – z. B. POIs, Veranstaltungen oder Orte.
9. Teste, speichere, optimiere
Wenn ein Prompt gut funktioniert, speichere ihn als Vorlage für dich oder dein Team. Kleine Änderungen im Wording können große Wirkung haben – probiere Varianten gezielt aus.
Noch was?
Das Prompt-Glossar
Weitere Begriffe für deine tägliche Arbeit
Temperature
Ein Parameter, der steuert, wie kreativ oder kontrolliert die Antworten der KI ausfallen. Niedrige Werte führen zu sachlicheren, berechenbaren Antworten. Höhere Werte erzeugen variantenreichere und kreativere Ergebnisse.
Token
Ein Token ist eine rechnerische Einheit, die ein Wort oder einen Wortbestandteil darstellt. Die Länge von Prompts und Antworten wird durch die Anzahl an Tokens begrenzt. Das wirkt sich direkt auf die Komplexität der Aufgabe und die Länge der Ergebnisse aus.
Halluzination
Die KI gibt Inhalte aus, die sprachlich korrekt, aber faktisch falsch oder frei erfunden sind. Das ist besonders relevant bei Ortsnamen, Daten, Personen oder Veranstaltungen. Inhalte sollten daher bei Unsicherheiten gegenrecherchiert werden.
Zero-Shot Prompting
Die KI erhält eine Aufgabe ohne zusätzliche Beispiele. Sie soll allein auf Basis der Anweisung reagieren. Diese Methode eignet sich für einfache, klar formulierte Aufgaben.
Few-Shot Prompting
Die KI bekommt zusätzlich ein oder mehrere Beispiel-Antworten, um Struktur, Tonfall oder Format zu verstehen. Besonders hilfreich bei kreativen oder mehrstufigen Aufgaben.
Prompt Tuning
Der Prompt wird schrittweise verbessert, bis die Ausgabe konstant den Anforderungen entspricht. Dabei werden Formulierungen, Reihenfolge und Zusatzhinweise angepasst.
Prompt Leakage
Informationen aus vorherigen Eingaben oder Kontexten fließen ungewollt in die Antwort ein. Das kann zu unklaren oder fehlerhaften Ergebnissen führen. Klare Trennung der Kontexte hilft, dies zu vermeiden.
