Konzeption eines KI-Reiseagenten für Radrouten

Zum Ende Juni starten Julia Jung und Stefan Niemeyer die Konzeption eines wetterbasierten KI-Reiseagenten für Radrouten im Landkreis Stade. Die Lösung verbindet touristische Daten mit Wetter-, Standort-, Infrastruktur- und Umweltinformationen.

Im Projekt „Klimaangepasste Radwege im Landkreis Stade“ übernimmt jungniemeyer die fachlich-inhaltliche und technische Konzeption der digitalen Anwendungen. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung eines wetterbasierten Routingbots mit KI-Reiseagent sowie die technische Umsetzung digitaler Umweltbildungs-, Storytelling- und Quizformate.

Konzeption eines KI-Reiseagenten für Radrouten im Landkreis Stade
Projektdarstellung

Die von Julia Jung und Stefan Niemeyer konzipierte Lösung geht über einen klassischen Tourenplaner oder einen isolierten Chatbot hinaus. Geplant ist ein nachhaltiges digitales Informationssystem, das Touren-, Wetter-, Standort-, Infrastruktur- und Umweltdaten miteinander verknüpft und daraus situationsbezogene Empfehlungen für Radreisende ableitet.

So kann das System bei hohen Temperaturen beispielsweise schattige Strecken, Trinkwasserstellen, Badegelegenheiten und kürzere Belastungsabschnitte priorisieren. Bei starkem Wind können geschützte Streckenabschnitte und geeignete Fahrtrichtungen empfohlen werden. Bei Regen berücksichtigt die Anwendung unter anderem Unterstände, Einkehrmöglichkeiten, kürzere Etappen und mögliche Indoor-Ergänzungen. Auch Daten zur Luftqualität und Pollenbelastung können in die Empfehlungen einfließen.

Strukturierte Daten und Regeln als Grundlage der KI

Der KI-Reiseagent soll die vorhandenen Daten verständlich erklären, individuelle Tagesempfehlungen formulieren, Alternativen vorschlagen und begründen, weshalb eine Route unter den jeweiligen Bedingungen besonders geeignet ist. Zugleich kann er passende Umweltbildungs-, Storytelling- und Quizangebote abhängig von Route, Standort und Wetterlage aktivieren.

„Klimaanpassung im Radtourismus wird für Gäste dann konkret, wenn aus Wetter-, Routen- und Infrastrukturdaten verständliche und unmittelbar nutzbare Empfehlungen entstehen“, erklären Julia Jung und Stefan Niemeyer von jungniemeyer. „Unser Ziel ist keine weitere digitale Insellösung, sondern ein kontrollierbares und erweiterbares Informationssystem, das bestehende touristische Datenbestände nutzt und Inhalte über unterschiedliche Kanäle für Radrouten bereitstellen kann.“

PWA statt nativer App für Radrouten

Als zentraler Nutzungskanal ist eine Progressive Web App vorgesehen. Sie kann direkt im Browser genutzt und auf Wunsch auf dem Smartphone gespeichert werden. Die Installation einer nativen App ist nicht erforderlich.

Über die PWA erhalten Nutzende Zugang zu:

  • wetter- und situationsabhängigen Tourenempfehlungen,
  • dem KI-Reiseagenten,
  • Informationen zu Rastplätzen, Trinkwasserstellen, Unterständen und weiteren Infrastrukturpunkten,
  • standortbezogenen Umweltbildungsangeboten,
  • Storytelling-, Quiz- und Gamification-Elementen,
  • aktuellen Hinweisen vor und während einer Radtour.

Die Freigabe des eigenen Standorts bleibt freiwillig. Die Anwendung soll auch ohne Standortzugriff funktionieren, etwa über eine manuelle Routenauswahl oder allgemeine wetterbasierte Tagesempfehlungen.

Mit dem Projekt verbindet der Landkreis Stade infrastrukturelle Klimaanpassung mit digitalem Besucherservice, datenbasiertem Destinationsmanagement und zeitgemäßer Umweltkommunikation.

Die weiteren Projektbausteine werden von der BTE Tourismus- und Regionalberatung bearbeitet. Dazu gehören insbesondere die touristische und infrastrukturelle Konzeption der klimaangepassten Radrouten sowie die Einbindung der regionalen Akteurinnen und Akteure. jungniemeyer und BTE setzen das Projekt als Partner gemeinsam um und verbinden dabei destinationsstrategische, infrastrukturelle und touristische Anforderungen mit der Konzeption des digitalen Informationssystems.

aktualisiert: 18. Juli 2026

Autoren: Julia Jung, Stefan Niemeyer

Quellen

Julia Jung und Stefan Niemeyer

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